| Segeltörn Mallorca 2002 |
| Geschrieben von Nils Kleemann | |
| Freitag, 18. Oktober 2002 | |
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Bei diesem Törn sollte weniger das Baden, dafür mehr das Segeln längerer Strecken im Vordergrund stehen. Insofern schienen uns hierfür die Balearen als geeignet, zumal zu dieser Jahreszeit das Wetter noch sehr warm und keine Hauptsaison mehr ist. Als Boot hatten wir uns eine Oceanis 411 (‚SOCOME‘, BJ 1998) mit 4 Kabinen von Mallorca Yachting gechartert und wurden von unserem Freund Klaus mit einem Katamaran (‚ILSIC‘, 38 Fuss) begleitet. An Bord war unsere letztjährige Crew mit Jürgen, Rüdiger, Nils, Erik, Dieter und Jörg. Steffen war leider beruflich verhindert, was wir sehr bedauerten.
Resumè: Toller, aber auch anstrengender Törn, da in einer Woche doch eine recht ansehnliche Strecke zurückgelegt wurde.
Freitag, 27.09.2002 Ankunft eines Teils der Crew (Dieter, Nils, Erik, Jürgen und der Franzose Alain von der Katamaran-Crew); Koffer von Juergen aufgrund des kurzen Zwischenstopps in Frankfurt leider nicht mitgekommen; Unterkunft im Hotel Horizonte (pro DZ 49,- EUR, Adresse: Vista Alegre 1, 07015 Palma de Mallorca, Tel.:+49 34 971 400 661; bequem buchbar über www.hrs.de); einfaches, aber sauberes Hotel oberhalb des Hafens von Palma mit schönem Blick und reichhaltigem Frühstück. Samstag, 28.09.2002 Abholung der restlichen Crew vom Flughafen mit unserem Mietauto und Transport zum Hafen; Einkaufen und Übernahme des Bootes ziehen sich zeitlich leider sehr hin; mehrere Beanstandungen am Boot (Kühlschrank geht nicht, GPS nicht funktionstüchtig, 30m Leine und ein zweiter Feuerlöscher fehlen, keine Detailkart von IBIZA); außer der Detailkarte von IBIZA wurden schließlich die Mängel behoben bzw. die fehlende Ausrüstung vom Vercharterer besorgt. Da bereits 19:00 Uhr beschließen wir gemeinsam mit der Katamaran Crew, erst am nächsten Tag aus dem Hafen auszulaufen und IBIZA anzusteuern. Daher netter erster Abend an Board mit Spagetti und Rotwein. Sonntag, 29.09.2002 05:30 Uhr aufgestanden und nach einer Tasse Kaffee um 06:15 Uhr gemeinsam mit der ‚ILSIC‘ aus dem Hafen von Palma de MALLORCA ausgelaufen; Kurs IBIZA Nord; zunächst nur unter Motor; gegen 08:00 Uhr Segel gesetzt mit Raumschot-Kurs auf IBIZA; Wind frischt etwas auf (ca. 2-3 Bft.); Mann-Über-Board Manöver geübt und Erik an einer am Heck ausgebrachten Leine hinterher gezogen; gegen 12:00 Uhr läßt der Wind wieder nach, wir fahren jedoch weiterhin unter Segel; durch den achterlichen Schwell ändern wir unseren direkten Kurs auf IBIZA auf mehr Halbwindkurs, um ein Rollen des Bootes zu unterbinden; gegen 17:00 Uhr Motor angemacht, da Wind weiter eingeschlafen ist und wir mit den 6 kn unter Motor ein Einlaufen in IBIZA noch bei Tagesllicht sicherstellen wollen; Kurs auf ‚Cala Portinacx‘ im Norden von IBIZA; um 19:53 Uhr bei untergehender Sonne lassen wir zusammen mit der ‚ILSIC‘ in der ‚Cala Portinacx‘ den Anker fallen. Erik, Nils und der Rechtsanwalt Thomas von der ‚ISLSIC‘ unternehmen einen Landgang mit Toilettenbesuch und kurzem Bier in einem der netten Strandrestaurants der Bucht. Ruhige Nacht mit klarem Sternenhimmel. Wir haben den ersten großen Schlag von MALLORCA nach IBIZA hinter uns: 14 h Fahrt und ca. 65 sm Montag, 30.09.2002 Frühstück um 08:30 Uhr; Wetter leicht bewölkt; um 10:00 Uhr lichten wir den Anker in der ‚Cala Portinacx‘ mit Ziel auf ‚Isla Tagomago‘. Guter Wind von ca. 4 Bft.; wir haben unsere Sicherheitsleinen angelegt und müssen kreuzen; die Wolken verschwinden und die Sonne sorgt für angenehme Temperaturen von ca. 25 Grad; gegen 12:15 Uhr erreichen wir die vom Wind geschützte südwestliche Bucht der ‚Isla Tagomago‘, wo wir vor Anker gehen; die ‚ILSIC‘ macht seitlich an uns fest; baden und vergnügen; Rüdiger schnorchelt Richtung verlassener Strandbar am Ufer der Bucht und bekommt von Erik und Nils schwimmenderweise ein Bier an Land gebracht; der Hund an Land freut sich über unseren Besuch; bei dem Versuch, wieder ins Wasser zu steigen, um zum Boot zurück zu schwimmen, rutscht Erik auf dem nassen Untergrund am Einstieg aus und verletzt sich leicht am Oberschenkel (Schürfung); Nils rutscht ebenfalls hinter Erik aus; zum Glück passiert beiden jedoch nicht mehr; Weiterfahrt Richtung Hafen von IBIZA Stadt gegen 14:15 Uhr; Wind schläft jedoch gegen 16:30 Uhr wieder ein, sodaß wir den Rest unter Motor fahren; um 17:00 Uhr Ankunft im Hafen; die ‚ILSIC‘ läuft 15 Minuten später ein; jeder freut sich über die Duschen; Abends nach IBIZA Stadt gegangen und ein (teures!) Bier gemeinsam getrunken; da bereits die Saison vorbei war, jedoch nicht mehr viel los in IBIZA; sämtliche Diskotheken hatten bereits die Woche davor ihre Pforten geschlossen. Ruhige Nacht im geschützen Hafen. Dienstag, 01.10.2002 Nach langem Ausschlafen und gemütlichem Frühstücke gegen 11:15 Uhr Weiterfahrt in Richtung FORMENTERA. Aus dem Hafen von IBIZA Stadt rausfahrend erwarten uns 3-4 Bft und eine starke Dünung; Sicherheitsleinen sind angelegt und wir nehmen Halbwindkurs auf die Durchfahrt bei ‚Isla Espalmador‘; nach der Durchfahrt bei ‚Isla Espalmador‘ kommen wir durch die Abdeckung in ruhigeres Gewässer und erreichen gegen 13:15 Uhr die Bucht südlich von ‚Isla Redonda‘, wo wir vor Anker gehen. Kaffeetrinken und relaxen; die ‚ILSIC‘ macht backbords an uns fest; um 15:30 Uhr lichten wir den Anker und üben vor der ‚Isla Espalmador‘ Mann-Über-Board Manöver; Wind ist nach wie vor ca. 3-4 Bft.; Schwierigkeiten, den ausgebrachten Fender mit Hilfe des Bootshakens wieder an Board zu nehmen, da wir keine Schlaufe an der Fenderleine angebracht haben; Rüdiger springt daher nach 3-4 vergeblichen Versuchen zu dem Fender ins Wasser und wird mit diesem kurz darauf von dem Boot wieder aufgenommen;gegen 17:00 Uhr laufen wir in der Bucht des ‚Playa Espalmador‘ ein, um hier für die Nacht vor Anker zu gehen; kurzer Landgang von Erik, Dieter, Rüdiger und Nils mit Hilfe des Dingis an dem wunderschönen Strand des ‚Playa Espalmador‘; die ‚ILSIC‘ läuft erst kurz nach Sonnenuntergang neben uns in der Bucht ein, da Klaus noch den ganzen Nachmittag beim Keit-Surfen vor ‚Isla Redonda‘ war. Der Wind läßt am Abend etwas nach und wir liegen für die Nacht sehr geschützt. Mittwoch, 02.10.2002 Haben uns heute einen langen Schlag bis ganz in den Norden IBIZA’s vorgenommen und laufen gegen 10:30 Uhr unter Segeln aus unserer Bucht aus; Wind von zunächst 2-3 Bft und ruhige See, da noch in der Abdeckung; bei ‚Isla Elspamador‘ kommen wir aus der Abdeckung heraus und fahren bei 3-4 Bft hart am Wind Richtung ‚Isla Tagomago‘. Dünung jedoch nicht mehr so wie am Tag zuvor. Erreichen der ‚Isla Tagomago‘ um 15:00 Uhr in der geschützten südwestlichen Bucht. Kurze Mittagspause. Weiterfahrt in Richtung ‚Cala Portinacx‘ um 15:45 Uhr. Der Wind frischt auf 5 Bft auf, die Dünung nimmt zu; um 16:00 Uhr fällt das GPS aus, da die GPS Antenne von Rüdiger verdreht wurde; gegen 16:30 Uhr geht das GPS zum Glück wieder; wir reffen das Vor- und auch das Großsegel; es fängt an zu regenen; um 17:30 Uhr erreichen wir bei stömendem Regen die ‚Cala Portinacx‘; sie ist zwar vor dem Nordöstlichen Wind sehr geschützt, es liegt jedoch ein leichter Schwell in der gesamten Bucht, der zu extremem ‚Gautschen‘ unseres Bootes führt; es ist kühler und klamm geworden; Nils und Dieter fahren bei strömendem Regen an Land zum Toiletten- und Versorgungsgang; da wir Brot für das Frühstück vergessen haben machen sich später Diter und Erik nochmals mit dem Dingi auf den Weg an Land; wegen des Schwells in der Bucht bringen Juergen und Nils zur Sicherheit zusätzlich den Ersatzanker aus; zum Essen gibt es heute Abend Erik’s legendäre Kässpätzle‘; unangenehme Nacht; kaum einer an Board kann bei dieser ‚Gautscherei‘ einschlafen; die ‚ILSIC‘ ist für diese Nacht in der Bucht der ‚Isla Tagomago‘ geblieben. Donnerstag, 03.10.2002 Frühes Aufstehen, da heute die Rückfahrt zurück nach MALLORCA bevorsteht; ziemlich müde von der schlechten Nacht lichten wir unseren Anker um 07:30 Uhr; der Regen hat aufgehört; wir machen bei ca. 3 Bft gute Geschwindigkeit mit Direktkurs auf MALLORCA.; kommen mit 7-7,5 kn voran; das Wetter wird schön; die ‚ILSIC‘ hat etwa zur gleichen Zeit ihren Anker gelichtet und kommt ebenfalls gut voran; um die Mittagszeit schläft der Wind wieder ein, sodaß wir leider den Rest der Strecke unter Motor fahren müssen; an Board herrscht eine verschlafene Stimmung; ca. 25 Grad und es herrscht Sonnenschein; um 19:00 Uhr laufen wir im Hafen von ‚El Arenal‘ ein; trotzdem wir über Funk extra einen Liegeplatz haben reservieren lassen, wird uns ein extrem schmaler Platz zwischen zwei großen ‚Pötten‘ zugewiesen, die wir beim Anlegen erst mal beiseite drücken müssen; das Anlegen klappt trotzdem gut; wir können duschen gehen und uns nach dem Essen für Ballermann & Co feinmachen. Mit Teilen der Crew von der ‚ILSIC‘, die mangels Platz im Hafen in der Bucht nebenan festgemacht hat, gehen wir in Richtung ‚Bierkönig‘ und ‚Schinkenstrasse‘. Erleben das Unglaubliche, das Mallorca, wie man es immer hört, aber haben bei ein bis zwei Weißbier einen schönen gemeinsamen Abend, den wir uns wahrhaftig nach den doch anstrengenden Tagen verdient haben; ruhige Nacht im Hafen. Freitag, 04.10.2002 Es ist blauer Himmel und null Wind; wir haben alle lange geschlafen und fahren nach dem Früstück um 11:30 Uhr nur ein paar Buchten weiter um nochmal baden zu können; die ‚ILSIC‘ folgt uns und spielt unter Motor für die Crew Wasserski-Boot mit dem Keit-Board von Klaus; gemütlicher Tag mit Baden, schnorcheln und ‚abhängen; gegen 15:00 Uhr lichten wir den Anker, verabschieden uns von der ‚ILSIC‘, die noch eine weitere Woche unterwegs sein wird, und fahren unter Motor in Richtung Hafen von Palma de Mallorca - unser letztes Ziel auf diesem Törn. Um ca. 17:00 Uhr erreichen wir diesen, machen fest und übergeben die Yacht. Abends geht es unter der Führung des Spanienkenners Erik in eine kleine Tapas-Bar, wo wir einen wunderschönen Ausklang dieses Törns feiern. An Board zurückgekommen werden die letzten Alkohol-Reste vernichtet, bevor jeder zufrieden in seiner Koje verschwindet. Samstag, 05.10.2002 Letztes Frühstück an Board der ‚SOCOME‘; jeder packt seine 7 Sachen zusammen; um 11:00 Uhr große Verabschiedung bevor es in Richtung Flughafen bzw. Hotel zur Weiterreise geht. Resumè: Toller, aber auch anstrengender Törn, da in einer Woche doch eine recht ansehnliche Strecke zurückgelegt wurde. |
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| Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 5. März 2006 ) |