Starthafen Cannigione ca. 24 km nördlich von Olbia auf Sardinien ( Costa Smeralda) Vorbereitung und Planung Schon im zeitigen Frühjahr haben sich Nils und Jürgen um die Realisierung des diesjährigen Törns gekümmert. Drei Ziele standen zur Auswahl und nach Befragung und Auswertung der Wünsche wurde die Costa Smeralda als Top-Gebiet ausgewählt. Ausschlaggebend war die außerordentlich gute geographische Lage mit optimalen Starthäfen für traumhafte Segeltörns entlang der Costa Smeralda einschließlich des Archipels von Maddalena und der Südküste von Korsika. Die renommierte Firma Moorings hat zuerst eine Yacht Beneteau 50 Club angeboten aber aus Termingründen wurde dann auch zu wesentlich günstigeren Bedingungen eine Oceanis 473 Club von Moorings mit Ausgangshafen Cannigione und der Zusage der Stammcrew bestehend aus Jürgen , Nils , Steffen, Eric, Dieter, Rüdiger und Jörg zur Teilnahme am Törn gechartert. Bis zum Starttermin war noch viel zu erledigen und vorzubereiten. Urlaubsanträge stellen, Flugbuchungen tätigen, Ankunftstermine auf dem Flughafen Olbia austauschen und vor allem den Seesack richtig packen und reisefertig in die Ecke stellen, damit der Flugtermin nicht verpasst wird.
30.09.2006 Sonnabend Anreise der Crew und Schiffsübernahme Steffen hatte es ganz eilig und reiste als Vorauskommando bereits einige Tage vor dem Starttermin nach Sardinien und erkundete den Campingplatz Isuledda in der Nähe von Cannigione und selbstverständlich auch den Hafen und die Einkaufsmöglichkeiten im Ort. Jörg hatte von Steffen den Busfahrplan bekommen und hat trotz Zusage nicht am Flughafen gewartet, sondern ist wegen der langen Wartezeit mit dem Bus gefahren. Steffen wartete um 14 Uhr 30 schon in der Nähe der Bushaltestelle. Jürgen und Nils kamen kurze Zeit später gegen 15 Uhr mit dem Taxi aus Olbia. Die Widersehensfreude war groß und so wurde erst einmal auch weil das Büro von Moorings noch geschlossen war, in dem daneben befindlichen Cafe das heimische Peroni- Bier probiert. Jürgen und Nils haben danach die Yacht „Feria“ mit dem Schiffsort 41° 06’ 36“ N 009° 27’ 37“ E mit kleineren Mängeln übernommen. Der erste Rundblick vom Hafensteg zeigte den malerischen Ort Cannigione, umgeben von Bergen, vergleichbar mit der Landschaft in Südfrankreich. Steffen und Jörg waren in der Zwischenzeit Verpflegung für die Crew einkaufen. Mit zwei übervollen Einkaufswagen ging es mühsam die abschüssige Straße zum Hafen auf den Steg. Die Proviantübernahme war wieder eine Gemeinschaftsarbeit, allerdings musste beim Verstauen solcher Mengen auf dem Schiff auch wieder einiges an Packtalent gezeigt werden. Es war schon fast dunkel, da tauchte die restliche Crew bestehend aus Dieter, Rüdiger und Eric mit ihrem Gepäck am Hafen auf und wurden mit Hallo und viel Freude begrüßt. Nach Verteilung der Kojen gab es ein deftiges Abendbrot und der erste Abend wurde mit der von Moorings gesponserten Rotweinflasche bei angeregter Unterhaltung und viel Frohsinn abgeschlossen. 01.10.2006 Sonntag Es war zeitiges Aufstehen angesagt, da unser erstes Etappenziel der Hafen Bonifacio auf Korsika sein sollte. Nach dem guten Frühstück bei Sonnenschein mit 26° Wärme, ruhiger See und wenig Wind wurden die Festmacher gelöst, die Fender eingeholt und mit Motorkraft die Bucht verlassen. Im offenen Fahrwasser ging es dann mit voller Besegelung auf die Insel Spargi zu. Mit einer halben Stunde Verspätung wurde um 11:30 der erste Trunk auf See „Cola mit Rum“ diesmal von Dieter gereicht. In der Bucht Cala Corsara waren wir um 12 Uhr und ankerten 50 Minuten für das erste Mittagessen an Bord auf der Position 41° 11’ 58“ N 009° 23’ 36“ E. Auf das Anbaden musste wegen der Quallenseuche leider verzichtet werden. Bei geringem Wind, teilweise mit Motor, ging es weiter bis in die Nähe der Fahrwasseruntiefentonne in der Straße von Bonifacio. Von dort lag der Kurs mit 318° an. Die Entfernung betrug noch etwa 13 sm bis zum Hafen. Beeindruckend anzuschauen war die Stadt oberhalb der steil in das Wasser fallenden Felsen bei der Annäherung von See her. Die Hafeneinfahrt konnte nur durch den links der fjordähnlichen Hafenzufahrt stehenden Leuchtturm aus der Ferne erkannt werden. In der Zufahrt am Kai konnten wir den Dreimastpassagiersegler Sea Cloud 2 bewundern und die zahlenden Gäste durch die goldeingefassten Fenster beim Nachmittagstee beobachten. Um 16 Uhr 30 fuhr Jürgen in gekonnter Manier in dem engen Hafenbereich das Anlegemanöver. Steffen zauberte in windes Eile Reis mit geschnetzeltem Fleisch auf den Tisch und so konnten wir noch anschließend einen kleinen Stadtbummel machen. Leider reichte die Zeit nicht zur Festungsbesichtigung. Entschädigt dafür wurden wir am Abend dadurch, dass die Festung von allen Seiten von Scheinwerfern angestrahlt wurde und der Schriftzug Bonifacio an der steilen Festungsmauer deutlich zu lesen war. 02.10.2006 Montag Um 10 Uhr 30 wurden die Festmacher gelöst. Bei leichter Bewölkung überwiegend aber Sonnenschein ging es raus aus dem Hafen mit dem Ziel Iles Lavezzi. Die Insel ist ein Kultziel mit Seychellen- Flair. In der Cala Lazavina mit Blick auf die steinerne Pyramide und dem Friedhof für die Opfer der 1855 gesunkenen Fregatte „Semillante“ haben wir geankert und nach dem Restemittagessen mit dem Dingi eine Inselbesichtigung in zwei Gruppen durchgeführt. Um 15 Uhr 30 sind wir zur Isola Razzoli und den Nachbarinseln aufgebrochen. Zwei Wassernixen haben uns den Weg dorthin gewiesen. Um 17 Uhr haben wir in der Bucht Cala Lunga an einer Boje festgemacht .Das Dingi mit Yamahamotor wurde erneut zur Rundfahrt und Besichtigung eingesetzt. Die erste Tour mit Steffen, Dieter, Rüdi und Eric wurde teilweise zur Paddeltour weil der Benzinhahn des Motors nicht ganz geöffnet war. Die zweite Fahrt mit Jürgen, Nils und Jörg am Motor durch die gesamte Bucht klappte vorzüglich. Am Abend haben Dieter, Jörg und Eric zünftig Skat gespielt. Jürgen, Nils, Steffen und zeitweilig Rüdiger haben in der Plicht bei Wein und Gebäck die wunderschöne Abendstimmung genossen. 03.10.2006 Dienstag Bei blauem Himmel und geringem Wind sind wir um 10 Uhr über die Nachbarbucht zur Isola Budelli Richtung Sardegna aufgebrochen. Laut SMS soll Windstärke 5-6 mit 1,5m hohen Wellen kommen. Lassen wir uns überraschen. In der Bucht von Porto Palma haben wir an einer Boje einen Zwischenstopp eingelegt. Zum Mittagessen sollte es Restgulasch geben. Leider rutschte Steffen mit dem heißen Topf aus und der Inhalt verteilte sich nicht nur im Schiff am Niedergangsbereich sondern auch bedauerlicherweise auf seine linke Hand und großflächig auch auf sein rechtes Schienbein. Er erlitt dabei teilweise Verbrennungen dritten Grades. Steffen sprang zur Kühlung der Verbrennungen sofort in das Wasser. Nils kam auf die Idee den leeren Gulaschtopf von Steffen im Wasser auswaschen zu lassen. Gesagt getan, an den Topf wurde eine Leine angeschlagen und dann zu Wasser gelassen. Nach einer Weile kam der nächste Schreck. Der Topf sank auf den Grund der etwa 6m tiefen Bucht weil sich der Leinenknoten gelöst hatte. Nun war guter Rat teuer. Zuerst sollte Steffen tauchen und wurde dementsprechend mit Flossen, Schnorchel und Brille ausgestattet. Leider klappte das nicht, weil Steffen nicht bis auf den Grund tauchen konnte und der Topf auch infolge des schwoijens des Bootes manchmal nicht zu sehen war. Abhilfe brachte die Idee den kleinen Anker des Dingibootes zum heraufholen des Topfes zu benutzen. Siehe da es funktionierte und der Topf war gerettet. Die Bordapotheke war zwar zuerst ausreichend zur Behandlung der Wunden von Steffen aber ein Arzt- oder Apothekenbesuch wurde dringend erforderlich. Mit Motor wurde der Hafen Porto Cervo gegen 16 Uhr angelaufen. Ein Arzt war nicht zu finden, die örtliche Apotheke konnte jedoch mit Salbe und Verbandsmaterial helfen. Das Putzen des Schiffes war eine Gemeinschaftsarbeit von Dieter, Eric und Jörg. Leider ging das Fett nur sehr schwer von dem lasierten Holz unter dem Niedergang und hinter der Treppe ab. Aus den Ritzen und Fugen wurde Gulasch mit Messer und Gabel wieder entfernt. Zum Abendessen gab es Würstchen mit Brot und Salat. Das Mittagessen war ja ausgefallen und das Aufgewischte haben die Fische gefressen. Im Hafen frischte der Wind auf und drehte wie angekündigt nach West. Nach dem Duschen im angeblich besten Hafen des Mittelmeeres mit bronzenen Pollern und nach dem Abendbrot wurde von Dieter, Rüdi, Jörg und Eric wieder Skat gespielt. 04.10.2006 Mittwoch Um 8 Uhr leichter Nieselregen, Wind aus Nordwest mit teilweise aufgerissener Bewölkung. Hafenausfahrt nach ergiebigem Frühstück mit Ei und frischen Brötchen um 11 Uhr 45 Richtung Cala Volpe. Wir segelten bei Windstärke 5-6 Beaufort an der Küste entlang um die Inselgruppe Mortoria, Soffi u. weitere. Unterwegs etwas leichter Nieselregen. Mit verschiedenen Segelmanövern sind wir gut in die Cala Volpe eingelaufen und haben dort geankert. Bei den zuerst angesteuerten Bojen zum Ankern handelte es sich jedoch leider um Fischernetz- bzw. Badeleinenabsperrungen die zum Ankern nicht geeignet waren. Zum Mittagessen gab es Nudeln mit Tomatensauce. Beim Zwiebelaufschneiden wurde Rüdi zum Zwiebelaufschneider des Tages ernannt. Anschließend wurde in zwei Gruppen ein Landausflug zum herrlichen Sandstrand mit dem Dingi durchgeführt. Am Abend war wieder Skatturnier angesagt. Als Besonderheit wurde für die kommende Nacht der GPS Ankeralarm mit der Pos. 41° 04’ 34“ N und 009° 31’ 31“ E eingestellt und jedes Crewmitglied wurde gebeten bei nächtlichen Rundgängen die Schiffsposition zu überprüfen. 05.10.2006 Donnerstag Aufstehen um 8 Uhr. Es wurde schon Rührei mit Schinken gebraten und der Kaffe duftete durch den Salon. Zum Ende des Frühstückes bemerkten wir, das sich der Anker gelöst haben musste. Wir trieben in der Bucht umher und hatten offenbar durch das laute Radio den Ankeralarm nicht gehört. Zum Glück war kein anderes Boot in der Nähe und der Strand weit genug entfernt. Mit Wind um 4-5 Bft. aus West mit leichter Bewölkung sind wir um 10 Uhr Richtung Palau aufgebrochen. Bedingt durch die Windrichtung mussten wir dauernd kreuzen. Wegen der überkommenden Brecher bzw. Gischt war Wetterbekleidung erforderlich. Die „Gulaschbucht“ haben wir an Steuerbord liegengelassen. In Palau kamen wir um 15 Uhr an. Leider war der Hafen belegt und deshalb sind wir zum Yachthafen Porto Raphael weitergesegelt. Über UKW war der Hafenmeister nicht ansprechbar.Um 15:30 waren wir da. Es gab im Hafenbecken Probleme weil der Hafenmeister nicht anwesend war. Jürgen wollte trotz der geringen Wassertiefe und der störenden Windrichtung innerhalb der Steganlage anlegen und war schon fast in der Box als ein hilfsbereites Clubmitglied- oder Mitarbeiter mit einem Dingi angebraust kam und uns bat, lieber an der Seeseite des Steges festzumachen. Nachdem das Boot frei war drückte der Dingifahrer mir der Gummiwulst kräftig gegen den Bug der Feria und wir konnten problemlos an die Stegaußenseite wechseln. Ein erster Landgang führte uns durch eine schmucke Villenkolonie zum Alimentari um Brötchen usw. zu ordern. Der Abend verlief bei einigen Flaschen Rotwein und Jonny Cash Musik in heiterer und lustiger Stimmung sehr harmonisch. Es galt das Erlebte nachzuarbeiten und sich auf den letzten echten Törntag zu freuen. 06.10.2006 Freitag Zum Frühstück in gemütlicher Runde gab es frisches Brot vom Alimentari. Blauer Himmel, milder leichter Wind aus Nordwest. Die Hafengebühren sollten diesmal 70 € betragen. Nils hat auf den Preis von Porto Cervo mit 36 € Liegeplatzgebühren hingewiesen und hat 40 € angeboten. Der Hafenmeister war danach beleidigt und hat uns ohne Zahlung um 10 Uhr 30 vom Steg gelassen. Zwischenstopp um 13 Uhr 30 in der Bucht Porto Liscia an der Straße von Bonifacio. In der Bucht waren viele Quallen zu sehen. Ein Baden war leider dort nicht möglich. Um 14 Uhr konnten wir im Golf von Salina mit Karibikfeeling noch schwimmen. Zum Mittagessen gab es diesmal Nudeln mit Tomatengemüsesauce. Um 14 Uhr40 wurde der Anker gelichtet und es ging unwiderruflich zurück nach Cannigione.Gegen 16 Uhr sind wir mit Motor in den Hafen eingelaufen. Hilfreiche Hände halfen beim Festmachen und schon um 16 : 30 fand die Rückgabe des Bootes an die Firma Moorings ohne Probleme statt. Nun wurden eilig Sachen für die Heimreise gepackt und von jedem das weiße Loco Rojo Hemd herausgesucht damit wir alle zum Abschiedsessen in einer von Eric erkundeten Pizzeria gleichgekleidet erscheinen konnten. Es wurde ein unvergleichlich schöner Abend zumal die Wirtin auch deutsch sprach und wir neben einer großen gutschmeckenden Pizza auch noch einen herrlichen Blick auf Wasser und Gebirge hatten. Nach einem kleinen Stadtbummel landeten wir zum Abschiedsbier wieder im Cafe. Auf dem Boot zurück war nach der Devise „ Schlaf schneller Genosse“ Nachtruhe erforderlich. 07.10.2006 Sonnabend Der Wecker klingelte bei Jürgen, Nils, Steffen und Jörg bereits um 5 Uhr30 damit das von Moorings organisierte Taxi pünktlich zum Flughafen Olbia abfahren konnte. Um 8 Uhr 50 verschwand der HLX Flieger Richtung München. Nach Berlin legte sich easy Jet um 9 Uhr 50 ins Zeug. Rüdi, Dieter- und Eric hatten noch Zeit, konnten ausschlafen und das Boot aufräumen. Ihr HLX- Flugzeug nach Stuttgart entschwand erst in den Mittagsstunden aus den südlichen Gefilden. Da nichts Gegenteiliges bekannt wurde ist davon auszugehen, dass alle gut nach hause gekommen sind. Zusammenfassung Dank der guten Vorbereitung und der schriftlichen Informationsunterlagen über Wetter- und Hafensituationen im Törngebiet, sowie der Ablichtungen über Segelmanöver und Windstärkenangaben in Beaufort zur Auffrischung der Kenntnisse von Nils und Jürgen und der Auswahl der Oceanis 47.3 mit guten Segeleigenschaften von der Firma Moorings, hatten wir einen stressfreien, erholsamen Segeltörn an der Costa Smeralda auf dem wir Erfahrungen im Umgang mit dem nassen Element sammeln oder vertiefen konnten und daher für künftige Törnplanungen eventuell das nächste Mal in der Ägäis….. oder woanders gut gerüstet sind. |